Rathaus: Männer müssen immer noch zum Kinderwickeln aufs Damen-WC – CDU fordert schnell besseres Angebot

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Rathaus: Männer müssen immer noch zum Kinderwickeln aufs Damen-WC – CDU fordert schnell besseres Angebot

Sabine Schmidt
Sabine Schmidt erwartet eine Übergangslösung, damit das Düsseldorfer Rathaus familienfreundlicher wird
25.04.2019 |
Sabine Schmidt

Mehr Still- und Wickelmöglichkeiten für unterwegs in ganz Düsseldorf: Schon seit über einem Jahr drängt die CDU-Ratsfraktion auf Verbesserungen und sieht vor allem die Stadt bei ihren Räumen in der Pflicht. Doch bislang sei hier nichts umgesetzt, so die CDU. In der letzten Ratssitzung habe die Verwaltung lediglich bis zum Sommer ein städtisches Raumkonzept in Aussicht gestellt. Auf Initiative der Union sei zudem mit dem Handelsverband NRW Kontakt aufgenommen worden, damit auch Düsseldorfer Geschäfte mehr Gelegenheiten zum Stillen und Wickeln schaffen und dafür Werbung machen.

„Insgesamt ist das Angebot in Düsseldorf leider noch immer lückenhaft. Es fehlen Extra-Räume zum Stillen, aber auch Räume für alle Geschlechter zum Füttern oder Wickeln von Kindern“, bemängelt Ratsfrau Sabine Schmidt, Vizevorsitzende im Ausschuss für Gleichstellung. „Eltern werden selten fündig, wenn sie mit kleinen Kindern in Düsseldorf unterwegs sind. Meist müssen sie sich in Behörden, Lokalen oder Shops behelfen. Wenn es aber einen Wickeltisch gibt, steht der in der Damentoilette – gerade für Väter und auch Großväter ein Problem.“

Beispiel Rathaus
Das sei leider auch im Düsseldorfer Rathaus der Fall, so Schmidt. „Einen Still- und Fütterraum gibt es dort überhaupt noch nicht.“ Lediglich eine Wickelmöglichkeit in Hochparterre, die aber weder ausgeschildert noch gekennzeichnet sei. „Besucherinnen und Besucher müssen daher erst nachfragen.“ Sie erführen dann, dass nur das Damen-WC über einen ausklappbaren Wickeltisch verfüge. Für das männliche Geschlecht sei das eine Hürde. „Hilfsbereite Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Empfangs bringen die Männer zu diesem stillen Ort und prüfen zunächst, ob alles frei ist.“ Während ein Vater oder Großvater sein Kind oder Enkel wickle, halte dann die städtische Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter vor der Tür Wache, damit in dieser Zeit keine Frau die Toilette betrete. „Für ein bürgerfreundliches Rathaus ist das sicher nicht angemessen“, findet Schmidt.

Übergangslösung schaffen
Die CDU-Fraktion fordert nun rasche Verbesserungen in den Räumen der Stadt. „Wir wollen nicht erst auf ein flächendeckendes Konzept der Verwaltung warten“, betont Schmidt. Zumindest im Rathaus müsse eine Übergangslösung her. „Wir schlagen vor, auch auf der Herrentoilette einen provisorischen Wickeltisch zum Ausklappen anzubringen. Damit wäre den Männern dort schon mal geholfen. Und Düsseldorf macht seinem Ruf als Familienstadt Ehre.“