Todesfalle toter Winkel: CDU beantragt Warnsysteme für Lkw der Stadt

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Todesfalle toter Winkel: CDU beantragt Warnsysteme für Lkw der Stadt

Andreas Hartnigk
Andreas Hartnigk: „Jeder Tote-Winkel-Unfall ist einer zu viel.“
19.06.2018 |
Andreas Hartnigk

Die CDU-Ratsfraktion will tragische Lkw-Unfälle mit Fußgängern und Radfahrern vermeiden. Auf ihren Antrag hin soll die Verwaltung prüfen, wie Laster von Stadt, städtischen Firmen und Awista mit Abbiege-Assistenz- und Kamera-Monitor-Systemen ausgerüstet werden können. Sie warnen Lastwagen-Fahrer beim Rechtsabbiegen vor Personen im toten Winkel. Ziel der CDU ist es, Stadt und Bund zum Handeln zu bewegen: Die Serie schlimmer Unfälle müsse endlich gestoppt werden.

Als Vizevorsitzender im Verkehrsausschuss, wo der CDU-Antrag morgen Thema ist, weiß Andreas Hartnigk, wie drängend das Problem ist: „Deutschlandweit haben wir seit Jahren immer mehr schreckliche Unfälle zu beklagen. Dabei werden Radfahrer und Fußgänger von rechtsabbiegenden Lkw schwer, oft sogar tödlich verletzt.“ Ein Drittel aller getöteten Radfahrer käme so ums Leben. „Sie werden von den Fahrern übersehen, weil sie sich im toten Winkel befinden.“

Das müsse endlich aufhören, betont Hartnigk. „Politik darf nicht länger zusehen, wie Menschen sinnlos sterben. Opfer sind auch die Angehörigen und viele Lkw-Fahrer, die schwer traumatisiert werden und ein Leben lang unter der Belastung leiden. Diese Unglücke wären mit entsprechender technischer Aus- oder Nachrüstung zu vermeiden.“ Die Kosten für eine Nachrüstung seien mit 1.500 Euro vergleichsweise niedrig, so Hartnigk. „Der Schutz von Menschenleben darf aber keine Frage von Geld sein. Wenn es eine wirksame Technik gegen Abbiege-Unfälle gibt, dann muss man sie einsetzen. Dafür treten wir als CDU ein. Mit unserem Antrag wollen wir einen Beitrag zu mehr Verkehrssicherheit leisten.“

Beispiel Köln
Konkret weist der CDU-Verkehrsexperte auf zwei neue Sicherheitsvorrichtungen hin, die zurzeit bei den Kölner Abfallwirtschaftsbetrieben im Test sind: „Erprobt werden dort ein Abbiege-Assistent, der mit Sensorik arbeitet, sowie ein Totwinkel-Kamera-System. Überlegt wird dabei auch, die Systeme zu kombinieren, um einen hohen Sicherheitsstandard zu erreichen.“

Auch an Trixi-Spiegel denken
Für den Einsatz in Düsseldorf wären auf Wunsch der CDU noch weitere Tools zu prüfen. „Sogenannte Trixi-Spiegel zum Beispiel, die an Ampelanlagen angebracht werden, verbessern für Lastwagenfahrer die Sicht auf Fußgänger und Radfahrer. Der Erfinder des Spiegels hat das Unfallschicksal selbst erfahren müssen: Seine eigene Tochter Beatrix wurde im toten Winkel schwer verletzt und sitzt seitdem im Rollstuhl“, erläutert Hartnigk.

Awista einbeziehen
Da laut Versicherern an jedem zweiten Abbiege-Unfall ein Lkw aus der Bau- und Entsorgungswirtschaft beteiligt ist, soll nach dem Willen der CDU die Verwaltung bei ihrer Prüfung gerade auch die Flotte der Awista einbeziehen – neben den anderen Lastern von Stadt und städtischen Töchtern. „Die Stadt Düsseldorf und ihre Tochterfirmen sollten mit gutem Beispiel vorangehen, was Sicherheitssysteme an Bord ihrer Lastwagen angeht“, unterstreicht Hartnigk.

Nationale Regelung gefordert
Die CDU-Fraktion verbindet ihren Prüfantrag mit einem dringenden Appell. Andreas Hartnigk: „OB Geisel soll das Bundesverkehrsministerium auffordern, per Gesetz dafür zu sorgen, dass sämtliche Lkw in Deutschland, auch von Privaten, mit Abbiege-Assistenz-Systemen ausgestattet werden.“ Denn bislang fehle eine verbindliche Regelung für den Einbau der Geräte. „Eine internationale Lösung dauert zu lange. Darum brauchen wir einen nationalen Alleingang.“ Es müsse endlich gehandelt werden, so Hartnigk. „Jeder Tote-Winkel-Unfall ist einer zu viel.“

Hilfen für Kommunen
Der CDU-Politiker schlägt vor, dass der Bund die Kommunen in einem Sofortprogramm bei der Nachrüstung ihrer Lkw finanziell unterstützt. „Der Bundesrat hat sich Anfang Juni dafür ausgesprochen, dass die Bundesregierung Investitionen in Abbiege-Assistenz-Systeme für Nutzfahrzeuge ab siebeneinhalb Tonnen fördert. Das sollte auch den Städten und Gemeinden mit ihrem Fuhrpark zugutekommen.“