Resolution zu Erhalt und notwendiger Sanierung des Düsseldorfer Schauspielhauses

Resolution zu Erhalt und notwendiger Sanierung des Düsseldorfer Schauspielhauses
Rüdiger Gutt.
Sitzung am 17.10.2016
Rüdiger Gutt
Resolution

Der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf bekennt sich zum uneingeschränkten Erhalt des denkmalgeschützten Düsseldorfer Schauspielhauses am Gustaf-Gründgens-Platz und zu dessen Nutzung als Theaterspielstätte.

Zudem fordert der Rat den Oberbürgermeister und die Verwaltung auf, in enger Abstimmung mit der NRW-Landesregierung und auf der Basis einer verlässlichen Ermittlung des Kostenbedarfs ausreichend Finanzmittel für die notwendige innere und äußere Sanierung des Gebäudes als Theaterspielstätte im Haushalt bereitzustellen. Nach der Bedarfs- und Kostenermittlung sollen dem Rat die Beschlussvorlagen zur Sanierung zeitnah vorgelegt werden, damit sämtliche Arbeiten allerspätestens bis 16. Januar 2020 zum 50-jährigen Jubiläum des Kunstbauwerks abgeschlossen werden können.

Dabei soll die Stadtspitze auch sicherstellen, dass zwischen den Kulturverantwortlichen von Land und Stadt, den Denkmalbehörden im Rheinland, dem städtischen Planungsdezernat, der künstlerischen und kaufmännischen Leitung des Schauspielhauses, dem Verein Freunde des Düsseldorfer Schauspielhauses, Kö-Bogen-II-Architekt Christoph Ingenhoven sowie der Familie von Architekt Bernhard Pfau ein tragfähiger Interessenausgleich insbesondere zur Außensanierung und etwaiger Außenerneuerung des Theaterbaus erzielt wird.

Begründung:

Die CDU-Ratsfraktion hat den festen Willen, das Düsseldorfer Schauspielhaus am Gustaf-Gründgens-Platz als stadtbildprägendes Baudenkmal und als Theaterspielstätte zu erhalten und zu schützen. Das von Architekt Bernhard Pfau erbaute und im Jahr 1970 eröffnete Doppeltheater zählt unbestritten zu den identitätsstiftenden baukünstlerischen Wahrzeichen der Landeshauptstadt und ist einer der bedeutsamsten Theaterbauten der Bundesrepublik.

Der Solitär ist aus dem städtebaulichen Ensemble von Hofgarten, Dreischeibenhochhaus, Gustaf-Gründgens-Platz und auch dem geplanten Kö-Bogen II nicht wegzudenken. Pfaus markant geschwungenes Bauwerk ist wie das wenige Jahre vorher entstandene Dreischeibenhaus ästhetischer Ausdruck und historisches Zeugnis der Düsseldorfer Stadterneuerung nach 1945 – aus dem Geist der demokratischen und architektonischen Moderne. Mit dem künftigen „Ingenhoven-Tal“, das den Blick auf das Schauspielhaus vom neuen Jan-Wellem-Platz/Schadowstraße aus eindrucksvoll inszenieren wird, gelingt zusätzlich der Übertritt ins 21. Jahrhundert.

Zu Recht, wie wir finden, kann dem Standort des Düsseldorfer Schauspielhauses eine besondere symbolische Bedeutung zugeschrieben werden: Er repräsentiert die Kunst im gleichberechtigten Dialog mit gestalteter Natur (Hofgarten) und Wirtschaft (Dreischeibenhaus). Damit wird Düsseldorfs Anspruch sinnfällig untermauert, neben Gartenstadt und Wirtschaftszentrum stets auch Kulturmetropole zu sein. Im Selbstverständnis und im Zentrum unserer Landeshauptstadt sind Kunst und Kultur fest verankert.

Darum erteilen wir jedweden Überlegungen zu Abriss, Neubau, Verlagerung oder Umnutzung des Düsseldorfer Schauspielhauses eine klare und unmissverständliche Absage. Im Gegenteil: Wir wollen, dass kulturpolitisch, denkmaltechnisch und finanziell die erforderlichen Anstrengungen unternommen werden, um den Theaterbau zeitnah zu sanieren, allerspätestens aber bis zum 50-jährigen Jubiläum des Gebäudes im Januar 2020.

Rüdiger Gutt