Nothilfetelefon für misshandelte Männer

Nothilfetelefon für misshandelte Männer
Aletta Mansheim
Sitzung am 14.06.2022
Aletta Mansheim

Anfrage der Ratsfraktionen von CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zur Sitzung des Ausschusses für Gleichstellung am 14. Juni 2022

Anfrage:

1. Liegen der Verwaltung eigene Zahlen für Düsseldorf von hilfebedürftigen Männern vor? Wenn ja, wie viele Männer haben nach welcher Hilfe bzw. welchem Schutz gesucht, und wie wurde ihnen geholfen?
2. Kann die Verwaltung bewerten, ob diese Zahlen zukünftig ermittelt und dem Gleichstellungsausschuss bereitgestellt werden können?
3. Welche Möglichkeiten sieht die Verwaltung, um das deutschlandweite Nothilfetelefon für misshandelte Männer auch in Düsseldorf bekannter zu machen?

Begründung:

Laut Rheinischer Post Online vom 22. April 2022 erklärte das NRW-Gleichstellungsministerium vor Pressevertretern, dass das Nothilfetelefon für misshandelte Männer im zweiten Jahr seines Bestehens doppelt so viele Männer erreichte wie im Gründungsjahr. Demnach wurde das Hilfsangebot im vergangenen Jahr 3043 Mal wahrgenommen. Die größte Gruppe der Hilfesuchenden war mit 30 Prozent die der 31- bis 40-Jährigen, gefolgt von den 41- bis 50-Jährigen mit 25 Prozent. Insbesondere ältere und junge Männer seien im Vergleich zum Bevölkerungsdurchschnitt deutlich unterrepräsentiert. Von den Hilfesuchenden waren 94 Prozent der Betroffenen heterosexuell, vier Prozent homosexuell und zwei Prozent bisexuell. Das Beratungsanliegen bezog sich bei 42 Prozent auf körperliche und bei 13 Prozent auf sexualisierte Gewalt. Psychische Gewalt war – teilweise zusätzlich – für 67 Prozent der Betroffenen Anliegen der Beratung. Als Täterinnen bzw. Täter wurde am häufigsten mit 44 Prozent die aktuelle Partnerin genannt, in 16 Prozent der Fälle war es eine Ex-Partnerin. Die genannten Täterinnen bzw. Täter bei Partnerschaftsgewalt waren zu 95 Prozent weiblich. Als Tatort wurde in 84 Prozent der Fälle der häusliche Kontext genannt, 6 Prozent fanden auf der Arbeitsstelle, 13 Prozent im öffentlichen Raum statt. Nach wie vor ist häusliche und partnerschaftliche Gewalt ein gesellschaftliches Problem. Für die Ratsfraktionen von CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ist es ein zentrales Anliegen, für Personen, die von Übergriffen bedroht und betroffen sind, Schutzmaßnahmen zu ergreifen und Schutzräume auszubauen.

Constanze Mucha, Paula Elsholz