Mehrweg-Offensive für Veranstaltungen und Gastronomie

Philipp Thämer
Sitzung am 05.10.2026
Philipp Thämer

Antrag der Ratsfraktionen von CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in der Sitzung des Ausschusses für öffentliche Einrichtungen, Stadtökologie, Abfallmanagement und Bevölkerungsschutz am 05.10.2026

Antrag:

Der Ausschuss für öffentliche Einrichtungen, Stadtökologie, Abfallmanagement und Bevölkerungsschutz bittet die Verwaltung

· Maßnahmen zu konzipieren, wie in Düsseldorf das Mehrweg-Angebot verstärkt und dessen Nutzung weiter erhöht werden kann – auch auf der Basis des städtischen „Zero Waste“-Konzepts. Dabei soll sowohl die Angebots- als auch die Nachfrageseite adressiert und unterstützt werden,


· zu prüfen, wie Mehrweg-Lösungen bei weiteren Veranstaltungen auch für Speiseangebote eingesetzt werden können,


· die Überprüfung der Einhaltung der Mehrweg-Angebotspflicht möglichst unbürokratisch zu intensivieren – z. B. dadurch, dass eine Überprüfung zumindest bei Gastronomiebetrieben an die ohnehin regelmäßig stattfindenden Lebensmittelkontrollen angegliedert werden könnte,


· bei einem erneuten aktiven Austausch zwischen Verwaltung, Handel, Gastronomie und den Anbietern von Mehrweg-Systemen Herausforderungen zu ermitteln und zu benennen, damit die Verwaltung ggf. unterstützen kann,


· nach Auswertung der Meldungen in der „Düsseldorf bleibt sauber“-App bezüglich besonders auffälliger Standorte und überfüllter öffentlicher Müllbehälter, To-go-Anbieter im Umfeld zu kontaktieren und entsprechend zu sensibilisieren,


· zu prüfen, ob und wie Modellprojekte für zentrale Rückgabemöglichkeiten von Mehrweg-Geschirr an öffentlichen Automaten (Vorbild „ReMuc – Ois im Kreis“, Viktualienmarkt München) oder in Supermärkten (Vorbild „RECUP“ in Pfandautomaten von Berliner Rewe-Märkten) auch in Düsseldorf umgesetzt
werden könnten,


· Fördermittel für die Mehrwegoffensive zu recherchieren und einzuwerben,


· sich dafür einzusetzen, dass auch die städtischen Ämter und Töchter bei ihren Outdoor-Veranstaltungen wo möglich und dies im Einzelfall nicht bereits geschieht, Mehrweg-Geschirr (z. B. von Awista) nutzen,


· die öffentliche Kommunikation von Stadt und Awista über die Angebote und Regeln für den Einsatz von Mehrweg-Geschirr zu verbessern und niedrigschwellig zu gestalten,


· die Umsetzung der genannten Maßnahmen mit einer Evaluation zu begleiten und dem AÖE Ende 2027 darüber zu berichten, inwieweit das Angebot von Mehrweg-Geschirr in Düsseldorf sich erhöht und die Vermüllung des öffentlichen Raumes verringert hat.


· Eine Beteiligung am Austauschformat für Kommunalverwaltungen zum Thema Mehrweg wie „Tacheles“ des WWF wird angeregt

Begründung:

Das von CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im vergangenen Jahr mitbeschlossene „Zero Waste“-Konzept (AÖE/033/2025) hat zum Ziel, den Rohstoffverbrauch und das Abfallaufkommen in Düsseldorf weiter zu reduzieren.

Ein wesentlicher Ansatz zur Abfallvermeidung ist dabei die verstärkte Nutzung von Mehrweg. Seit Januar 2023 gilt die Mehrweg-Angebotspflicht für „sofort-verzehrfertige“ Speisen und Getränke. Gastronomiebetriebe, Frische-Theken, Märkte und Kantinen müssen seitdem auch Mehrweg-Verpackungen anbieten. Kleinere Läden sind von dieser Pflicht ausgenommen. Damit wurde ein wichtiger Schritt unternommen, um die Nutzung von
Mehrweg auch im alltäglichen Konsum zu stärken. 

Mehr als 200 To-go-Anbieter kommen in Düsseldorf mittlerweile der gesetzlichen Verpflichtung nach. Zudem zeigen auch die Erfahrungen der Rheinkirmes und der Düsseldorfer Weihnachtsmärkte, dass die Mehrweg-Angebote bei Verpackung bzw. Behältnissen von Speisen und Getränken gut angenommen werden.

Wir sehen weiterhin Potenzial, die Nutzung von Mehrweg in Düsseldorf auszuweiten und damit dessen Beitrag zur Abfallvermeidung zu stärken.

Philipp Thämer und Barbara Flatters