Der Zusammenhang zwischen Frauenhass und rechtsextremen Ideologien am Beispiel der „Incels“

Der Zusammenhang zwischen Frauenhass und rechtsextremen Ideologien am Beispiel der „Incels“
Constanze Mucha
Sitzung am 14.06.2022
Constanze Mucha

Antrag der Ratsfraktionen von CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zur Sitzung des Ausschusses für Gleichstellung am 14. Juni 2022

Antrag:

Die Verwaltung wird gebeten, in eine der nächsten Sitzungen eine(n) Sachverständige(n) zum Zusammenhang zwischen Frauenhass und rechtsextremen Ideologien am Beispiel der sogenannten „Incels“ einzuladen.

Begründung:

Laut Berichterstattung der Rheinischen Post (RP) vom 11. März 2022 gehören für Mädchen und Frauen Sexismus und Übergriffigkeit noch immer zum Alltag. Die Gruppierung der sogenannten „Incels“ zeigt laut RP, dass Frauenhass keine Grenzen kennt. „Incel“ ist eine Abkürzung für „involuntary celibates“ und beschreibt eine Männer-Community, die „unfreiwillig“ keinen Geschlechtsverkehr hat und sich von Frauen unterdrückt fühlt. Das Gefühl der eigenen Machtlosigkeit, verbunden mit Minderwertigkeitskomplexen, wird von vielen Incels durch Gewaltphantasien an Frauen kanalisiert. Weil jedem Mann das „Recht auf Sex“ zustehe, welches Frauen Incels verweigern würden, sei Gewalt an Frauen – auch sexualisierte Gewalt – legitim. Das Gewaltpotential ist nicht zu unterschätzen. In (online) Gruppen radikalisieren die Mitglieder sich untereinander so lange, bis Beleidigungen, Gewalt und sogar Vergewaltigungen als legitime Mittel empfunden werden. Die Nähe zu rechtsextremen Ideologien ist nachweisbar: Der Attentäter von Halle sympathisierte mit der Gedankenwelt der Incels, weitere Attentate der letzten Jahre werden mit der Szene in Verbindung gebracht. Besonders für junge Männer bergen Incel-Gruppen ein gefährliches zweifaches Radikalisierungspotential, weshalb präventive Maßnahmen ergriffen werden sollten.

Constanze Mucha, Paula Elsholz