(c) Michael Lübke
Anfrage der Ratsfraktionen von CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zur Sitzung des Ausschusses für Digitalisierung, Personal und Organisation am 08.10.2026
1. Welche neuen fachlichen, technischen und organisatorischen Anforderungen ergeben sich für die Stadtverwaltung und die städtischen Töchter durch die von der Bundesregierung für Anfang 2027 geplante Einführung der App „d-you“?
2. Wie sind die Stadtverwaltung und die städtischen Töchter auf die geplante Einführung vorbereitet und welche Anwendungsfälle sind denkbar?
3. Wie werden bestehende und geplante kommunale Wallet-Lösungen mit der Infrastruktur der App „d-you“ bzw. der EUDI-Wallet-Infrastruktur zusammengedacht und aufeinander abgestimmt, ohne unnötige Doppelstrukturen zu schaffen?
Mit der EUDI-Wallet wird ein europaweit einheitlicher Rahmen für digitale Identitäten und Nachweise geschaffen. Bürgerinnen und Bürger sollen damit künftig digitale Identitäten und Nachweise sicher und medienbruchfrei auf ihrem Smartphone verwalten und gegenüber Behörden, Unternehmen und anderen Stellen vorweisen können.
Die EUDI-Wallet ist von vornherein auf Interoperabilität ausgelegt. Neben der staatlichen Wallet sollen künftig auch weitere zertifizierte Wallet-Anbieter zugelassen werden. Einheitliche technische Standards sollen sicherstellen, dass digitale Identitäten und Nachweise unabhängig von einzelnen Anbietern und Diensten genutzt werden können.
In Deutschland ist mit der Bundes-App „d-you“ eine erste Version der EUDI-Wallet für Anfang 2027 vorgesehen. Zum Start am 2. Januar 2027 sollen rund 40 Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung mit eigenen Anwendungen dabei sein.
Die Landeshauptstadt Düsseldorf verfügt bereits über eigene digitale Wallet-Lösungen, beispielsweise für die Familienkarte, den Düsselpass oder die digitale BäderCard (BäderWallet).
Mit dem Antrag „Plastikkarten durch Wallet-Lösungen ergänzen“ (ADIG/014/2024) hatten die Ratsfraktionen von CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zudem die Grundlage für ein entsprechendes Verwaltungsprojekt geschaffen. Auch die Düsseldorfer Digitalstrategie sieht inzwischen vor, weitere physische Karten durch digitale Wallet-Lösungen zu ersetzen und diese stärker in die digitalen städtischen Dienstleistungen einzubinden.
Vor diesem Hintergrund sollte im Ausschuss für Digitalisierung, Personal und Organisation erörtert werden, wie städtische Wallet-Lösungen mit der künftigen EUDI-Infrastruktur bzw. der App „d-you“ zusammengedacht werden können. Dabei geht es insbesondere darum zu klären, wie bestehende Investitionen und Anwendungen weiterentwickelt werden, ihre Interoperabilität sichergestellt wird und gleichzeitig unnötige parallele Strukturen vermieden werden.
Ella Heising Jörk Cardeneo


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