Stadt bei Verkehrswende zu langsam

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Stadt bei Verkehrswende zu langsam

Andreas Hartnigk
Andreas Hartnigk: „Die Verwaltung muss mehr tun, um ÖPNV und Radfahren noch attraktiver zu machen.“
11.01.2018 |
Andreas Hartnigk

Nach Meinung der CDU-Ratsfraktion sollte die Stadt in der Verkehrswende mehr Gas geben. Ob Metrobusse, der Busverkehr aus dem Düsseldorfer Osten zum Flughafen oder Radwege: Die Verwaltung muss ÖPNV und Radfahren noch attraktiver machen. Gestern im Verkehrsausschuss bemängelte die CDU bestehende Versäumnisse.

Metrobusse: Ein Drittel der Haltestellen nicht barrierefrei
Ratsherr Andreas Hartnigk, Vizevorsitzender im Ausschuss, sieht zuallererst bei der Einrichtung der drei beschlossenen Metrobuslinien Probleme: „Wenn die Busse im Spätsommer in Betrieb gehen, sind rund ein Drittel der Haltestellensteige noch nicht barrierefrei umgebaut. Zudem fehlen genauso viele dynamische Fahrgast-Informationen und teilweise auch Wartehallen. Dadurch werden bestimmte Personengruppen, wie Mobilitätseingeschränkte und Ältere, aber auch Menschen mit Kinderwagen, von der Busnutzung faktisch ausgeschlossen. Das kritisieren wir als CDU deutlich.“

Hartnigk fordert zusätzlich eine Taktverdichtung: „Damit die Metrobusse gut angenommen werden, sollten sie im Zehn- statt im 20-Minuten-Takt fahren. Das wäre für Düsseldorf als Großstadt angemessen.“

Flughafenbus aus dem Düsseldorfer Osten
Im gestrigen Ausschuss beantragte die CDU, dem Busverkehr aus dem Düsseldorfer Osten mit Ziel Flughafen erneut eine Chance zu geben. Von 2008 bis 2013 brachte die Buslinie 730 Fluggäste und Beschäftigte des Flughafens aus Gerresheim und Grafenberg frühmorgendlich zum Airport. Danach wurde sie eingestellt. „Die Bezirksvertretung 7 hatte unlängst darum gebeten, die Linie versuchsweise wieder fahren zu lassen – diesmal ganztägig und mit entsprechender Werbung. Die Verwaltung lehnt dies ab. Auf Drängen der CDU wird die Stadt jetzt aber Alternativen prüfen, wie die Menschen aus den östlichen Stadtteilen den Flughafen besser mit dem Bus erreichen können“, so Hartnigk.

Stadt verfehlt eigene Ziele beim Radverkehr
Zudem sieht der CDU-Verkehrsexperte beim Radverkehr Defizite: „Tatsächlich räumt die Stadt selbst ein, dass sie in 2017 bei Planung, Bau und Markierung von Radwegen auf dem Radhauptnetz hinter ihren Zielen zurückgeblieben ist. Auch von Kapazitätsproblemen in der Bauabteilung beim Amt für Verkehrsmanagement war mündlich die Rede. Hier ist die Verwaltung gefordert, Tempo zu machen.“