„Museum und Sammlung der Zukunft“

Andreas Hartnigk
Sitzung am 02.07.2026
Andreas Hartnigk

Antrag der Ratsfraktionen von CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Kulturausschuss am 02.07.2026

Antrag:

Die Verwaltung wird gebeten, im Zusammenhang mit dem „Museum der Zukunft“ ein Konzept zur strategischen Weiterentwicklung der städtischen Spezialmuseen zu erarbeiten und den zuständigen Gremien vorzulegen. Darin soll insbesondere geprüft und dargestellt werden,

  • wie die Spezialmuseen der Stadt Düsseldorf entlang ihrer vielfältigen Kompetenzen künftig enger zusammenwirken können;
  • wie konkrete Synergieeffekte zwischen den Instituten zu schaffen sind;
  • wie sich vorhandene personelle, organisatorische, insbesondere räumliche und finanzielle Ressourcen effizienter bündeln lassen;
  • wie Drittmittel (öffentlich/privat) stärker zur Finanzierung u. a. von Programmen, Ausstellungen und Veranstaltungen ausgeschöpft werden können;
  • wie die Freundeskreise der Düsseldorfer Kulturinstitute und deren Unterstützerinnen und Unterstützer besser miteinander zu vernetzen sind;
  • wie bekannte Persönlichkeiten (Testimonials) unentgeltlich als Kulturpatinnen und Kulturpaten gewonnen werden können;
  • wie Exellenz, Profilbildung, Sichtbarkeit und öffentliche Strahlkraft der Düsseldorfer Museumslandschaft insgesamt gestärkt werden können.

Es sollen dabei ausdrücklich auch neue räumliche Konstellationen, gemeinsame Infrastrukturen und kooperative Organisationsformen mitgedacht werden.

Zudem soll geprüft werden, wie sich die Museen noch stärker zu offenen und lebendigen Orten der kulturellen Vermittlung, der Begegnung, des Aufenthalts und des kulturellen Austauschs entwickeln können.

Im Kontext „Sammlung der Zukunft“ wird die Verwaltung gebeten, konzeptionell und strategisch gegenüber den zuständigen Gremien darzustellen, wie die städtischen Sammlungen zukunftsfähig und zukunftsfest weiterentwickelt werden können – unter den Aspekten:

  • Profilbildung und Identitätsstiftung,
  • wissenschaftliche Nutzbarkeit,
  • nachhaltiges Bewahren,
  • wirtschaftliche Tragfähigkeit,
  • Vernetzung untereinander,
  • digitale Zugänglichkeit,
  • verstärkte öffentliche Sichtbarkeit.

Dabei soll insbesondere geprüft werden,

  • welche infrastrukturellen und räumlichen Voraussetzungen hierfür erforderlich sind;
  • wie Sammlungen aktiv weiterentwickelt werden können;
  • wie ein zeitgemäßer Umgang mit Sammlung, Bewahrung, Pflege, Abgabe, Service, Forschung, Vermittlung, Schutz und langfristigem Erhalt aussehen kann.

Zur Begleitung des Themas Museum und Sammlung der Zukunft wird eine Projektgruppe eingerichtet. Die im Kulturausschuss vertretenen Fraktionen entsenden jeweils zwei Mitglieder ihrer Fraktion bzw. zwei persönliche Vertretungen in die Projektgruppe. Weitere Mitglieder sollen Angehörige der städtischen Kulturverwaltung sein.

Begründung:

Die Ratsfraktionen von CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wollen die städtischen Kulturinstitute und Spezialmuseen entlang ihrer vielfältigen Kompetenzen stärken und in ihren Strukturen strategisch weiterentwickeln.

Uns geht es dabei um dauerhafte Synergiegewinne – durch inhaltliche Vernetzung und geeignete räumliche Bündelung von Angeboten. Wir möchten Ressourcen insgesamt effizienter einsetzen und die öffentliche Sichtbarkeit der Düsseldorfer Museumslandschaft insgesamt erhöhen.

Dieses Ziel teilen wir mit Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller, der in seiner Rede zur Einbringung des Haushalts 2026 eine Neukonzeptionierung der Düsseldorfer Museumslandschaft angekündigt hat.

Darüber hinaus gewinnen Museen neben der kulturellen Vermittlung zunehmend auch als offene Orte des Aufenthalts, der Begegnung und des kulturellen Austauschs von Düsseldorfer Bürgerinnen und Bürgern und auswärtigen Besuchern an Bedeutung. CDU und GRÜNE haben in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, zu prüfen und an zwei Standorten beispielhaft zu erproben, wie die Spezialmuseen zu „dritten Orten“ werden können. Dafür wollen wir deren Zugänglichkeit stärker mitdenken.

Zudem nehmen wir die städtischen Sammlungen in den Blick. Auch sie wollen wir zukunftsfähig und zukunftsfest machen. Fragen der Bewahrung, Pflege, des langfristigen Schutzes, aber auch der Abgabe, der wissenschaftlichen Nutzung, Digitalisierung und aktiven Weiterentwicklung sind uns dabei wichtig.

Eine Projektgruppe soll sowohl den Prozess „Museum und Sammlung der Zukunft“ als auch die Erarbeitung einer übergreifenden städtischen Kulturstrategie im Anschluss an die Ergebnisse der Kulturentwicklungsplanung (KEP) politisch begleiten und den Kulturausschuss regelmäßig über ihre Beratungsergebnisse informieren.

 

Andreas Hartnigk, Clara Gerlach