CDU kontert FDP-Pläne zur Bergischen Kaserne

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CDU kontert FDP-Pläne zur Bergischen Kaserne

Dr. Alexander Fils
Dr. Alexander Fils: „Zum jetzigen Zeitpunkt lehnen wir städtebauliche Festlegungen für die Flächen der Bergischen Kaserne strikt ab.“
09.03.2020 |
Dr. Alexander Fils

CDU-Planungsexperte Dr. Alexander Fils widerspricht dem aktuellen Vorstoß der FDP-Ratsfraktion zur Umwandlung der Bergischen Kaserne und angrenzender Freiflächen in ein neues Wohngebiet mit Stadtteilcharakter:

„Die CDU-Ratsfraktion lehnt zum jetzigen Zeitpunkt städtebauliche Festlegungen für die Flächen der Bergischen Kaserne strikt ab. Denn bislang ist noch ungeklärt, ob und wann die Bundeswehr den Standort für eine zivile Nutzung zur Verfügung stellt.

Ernsthafte Pläne zur Weiterentwicklung des Bereichs zwischen Knittkuhler Straße und Bergischer Landstraße sind erst dann sinnvoll, wenn die dortigen Verkehrsprobleme durch eine ÖPNV-Erschließung gelöst werden. Auch eine mögliche Zwischennutzung der Kasernenfläche als Olympisches Dorf muss deshalb gut überlegt sein.

Bekanntlich prüft die Verwaltung derzeit den Bau einer Seilbahn in drei Varianten. Die Ergebnisse sollten von der Politik vernünftigerweise abgewartet werden. Grundsätzlich wäre eine Seilbahn-Lösung technisch und wirtschaftlich möglich. In juristischen Fragen könnte es allerdings Hindernisse geben, wie in anderen Städten deutlich wird. Bis klare Beschlüsse gefasst sind, wird es also noch dauern.

Was die Wohnraum-Kapazitäten auf dem Kasernenareal angeht, so befürwortet die CDU schon seit Längerem eine Bebauung für 3.000 bis allerhöchstens 5.000 Menschen. Diese Größenordnung scheint uns verträglich – auch mit Blick auf das benachbarte Knittkuhl, wo rund 2.200 Einwohner leben. Unser Ziel bleibt: Wir wollen Wohnungsbau mit maßvoller Dichte und geringer Höhe ermöglichen, der sich in die Umgebung einfügt und die Verkehrssituation am Ort angemessen berücksichtigt.

Die CDU möchte den ländlich geprägten Charakter rund um Hubbelrath erhalten. Deswegen weisen wir auch einen Eingriff in umliegende Grünflächen der Kaserne zurück, wie ihn die FDP vorschlägt, um das Bauland auf 50 Hektar auszudehnen. Dieser Schritt wäre städtebaulich und klimapolitisch ein großer Fehler.

Zudem bestehen wir auf dem Schutz der grünen Frischluftschneise zwischen dem nördlichen und südlichen Teil des Kasernengeländes. Ein vollständiges Zubauen ist für uns unvertretbar. Wir können uns hier auf einen entsprechenden Ratsbeschluss von 2016 zum Erhalt des Grünzugs berufen, den damals auch die FDP mitgetragen hat.“