Streit der Ampel lässt Sportsitzung platzen

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Streit der Ampel lässt Sportsitzung platzen

Dirk-Peter Sültenfuss und Stefan Wiedon
Dirk-Peter Sültenfuß (l.) und Stefan Wiedon werfen SPD, Grünen und FDP Hinhalte-Taktik vor
13.11.2019 |
Dirk-Peter Sültenfuß und Stefan Wiedon

Die CDU-Ratsfraktion wirft SPD, Grünen und FDP Hinhalte-Taktik im Sportausschuss vor. Denn die Haushaltsberatungen wurden dort heute auf Antrag der Grünen abgebrochen und auf die Ratssitzung im Dezember vertagt. Hintergrund sei wohl ein Streit im Ampelbündnis über die weitere Ausrichtung der Sportpolitik, vermutet die CDU.

„Zum ersten Mal, seitdem ich mich in der Sportpolitik engagiere, konnte der Sportausschuss seinen eigenen Etat nicht beraten“, sagt der Vize-Vorsitzende im Ausschuss, Ratsherr Dirk-Peter Sültenfuß, der dem Gremium seit 1994 angehört. Wegen der Länge der Ratssitzung im Dezember und der umfangreichen Tagesordnung würden die sportlichen Belange dort nicht in der üblichen Tiefe und Fachlichkeit berücksichtigt, fürchtet der CDU-Politiker. Auch könne sich im Rat der Stadtsportbund nicht so wie im Sportausschuss einbringen.

Enttäuscht und verärgert zeigt sich auch Ratsherr Stefan Wiedon, der sportpolitische Sprecher der CDU-Fraktion: „Bisher waren die Beratungen im Sportausschuss immer harmonisch. Man war vielleicht im Detail anderer Auffassung, aber meist insgesamt einig im Sinn des Sports. Unter dem aktuellen Streit der Ampel leidet die Sportstadt Düsseldorf.“

Sanierungsstau, Vereinsportanlagen und Frauensport
Die CDU-Ratsfraktion wollte in der heutigen Ausschusssitzung den Sanierungsstau bei Sporthallen und anderen Sporthochbauten zum Thema machen. „So sollte eine zeitweise externe Vergabe von Bauleistungen geprüft werden, um personelle Engpässe im Sportamt zu überbrücken. Gleichzeitig sollten die bereitgestellten Gelder erhöht werden“, erklärt Sültenfuß.

Auch bei der Unterhaltung von Vereinsportanlagen wollte die CDU Kürzungen wieder zurücknehmen lassen. „Diese Kürzungen halten wir für den falschen Weg. Kurzfristigen Einsparungen stehen langfristig oft hohe Folgekosten gegenüber“, so Sültenfuß.

Bei der Unterstützung von Mädchen- und Frauensport möchte die CDU neue Wege gehen. „Wir wollten die Verwaltung eigentlich beauftragen, dazu ein Förderprogramm zu entwickeln. Darüber könnten dann beispielsweise Qualifizierungsmaßnahmen im Trainerbereich, die Kooperation mit Kindertagesstätten oder Schulen sowie der Einsatz von Übungsleiterinnen und Übungsleitern zur Unterstützung von Sportgruppen in Kindertagesstätten und Schulen gefördert werden. Nun müssen wir bis zur Ratssitzung im Dezember warten“, betont Wiedon.