Städtepartnerschaften gehen an Jüngeren vorbei

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Städtepartnerschaften gehen an Jüngeren vorbei

Peter Blumenrath
Peter Blumenrath: „OB Geisel weiß offenkundig nicht, wie sehr junge Menschen Städteverbindungen bereichern können.“
15.02.2019 |
Peter Blumenrath

Oberbürgermeister Thomas Geisel stellt zu wenig Geld für den Kinder- und Jugendaustausch mit Düsseldorfs Partnerstädten bereit, kritisiert die CDU-Ratsfraktion. Eine Anfrage im Jugendhilfe-Ausschuss brachte jetzt Gewissheit. Die Verwaltung gab bekannt, im Jahr 2019 verteile sie zusammen rund 46.000 Euro über das Sport- und das Jugendamt. Hinzu kämen aus dem Büro für Internationale und Europäische Angelegenheiten Einzelzuschüsse von bis zu 2.000 Euro. Bei all dem liege aber der Förderschwerpunkt nicht auf Kinder- und Jugendbegegnungen, Studienfahrten und Ferienfreizeiten im Rahmen von Städtepartnerschaften, bemängelt die CDU.

Ratsherr Peter Blumenrath, jugendpolitischer Sprecher der Fraktion, zeigt sich vom finanziellen Engagement der Verwaltung enttäuscht: „Kinder und Jugendliche haben beim Thema Städtepartnerschaft das Nachsehen. OB Geisel ist hier viel zu knausrig.“ Geisel wisse offenkundig nicht, wie sehr junge Menschen Städteverbindungen bereichern könnten. „Sie sind Botschafter ihrer Heimatstädte. In jungen Jahren lernen sie andere Länder und Kulturen kennen und entwickeln dadurch früh Verständnis für Unterschiede und auch Gemeinsamkeiten. Diese besondere Erfahrung prägt sie positiv ein Leben lang.“

Mit Chemnitz, Chongqing, Haifa, Moskau, Palermo, Reading und Warschau gebe es interessante Ziele im In- und Ausland für regelmäßige gegenseitige Besuche, so Blumenrath. „Deshalb hat die CDU in den letzten Haushaltsberatungen beantragt, die Stadt soll den Austausch auf Schul- und Jugendfreizeitebene mit 200.000 Euro jährlich fördern. Die Ratsmehrheit aus SPD, Grünen und FDP war leider dagegen.“

Eigene Haushaltsstelle gefordert
Den Hinweis auf bereits bestehende Fördertöpfe bei der Stadt lässt Peter Blumenrath nicht gelten: „Die Antwort auf unsere Anfrage hat doch klar gezeigt: Von der Verwaltung werden nicht durchgängig und zielgenau Kinder- und Jugendbegegnungen unterstützt.“ Der CDU gehe es aber gerade darum. „Und nicht um allgemeine Bildungsprojekte oder punktuelle Zuschüsse etwa für internationale Fußballturniere.“

Laut Blumenrath wirbt die CDU weiterhin für ihren Lösungsvorschlag: „Zur Einbindung Jüngerer in die Städtepartnerschaften würden wir gern eine zusätzliche Haushaltsstelle mit jeweils 100.000 Euro pro Jahr im Schulverwaltungs- und im Jugendamt einrichten. Dadurch wollen wir Ämterkonkurrenz verhindern.“