Schlagabtausch im Regionalrat: CDU-Vertreter Fils sagt Nein zum Zubauen von Düsseldorf

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Schlagabtausch im Regionalrat: CDU-Vertreter Fils sagt Nein zum Zubauen von Düsseldorf

Dr. Alexander Fils
Dr. Alexander Fils: „Die CDU möchte kein Wachstum um jeden Preis.“
01.07.2019 |
Dr. Alexander Fils

Im Regionalrat bei der Bezirksregierung Düsseldorf stimmte in der vergangenen Woche Dr. Alexander Fils als CDU-Vertreter gegen den Erarbeitungsbeschluss zur Änderung des neuen Regionalplans. Vorgesehen darin ist unter anderem, Grün- und Freiflächen im Düsseldorfer Norden sowie in Knittkuhl und Grafenberg als künftiges Bauland auszuweisen. Trotz heftiger Gegenrede von Fils wurde die Überarbeitung des Plans am Ende mit Stimmenmehrheit auf den Weg gebracht. In Düsseldorf hat die CDU-Ratsfraktion ihr klares Nein schon Ende März öffentlich gemacht.

„Den Menschen in Düsseldorf droht mit der Umsetzung des neuen Plans ein Verlust von Lebensqualität und Lebenszufriedenheit“, betont Ratsherr Dr. Fils, der den städtischen Planungsausschuss leitet. „Teile vom Grafenberger Wald zusammen mit Rochusclub und Staufenplatz könnten rücksichtslos zugebaut werden. Gerade auch mit Blick auf den Umwelt- und Klimaschutz ist die vorgelegte Planung ein Wahnsinn.“

Fils erinnert daran, dass die Stadt Düsseldorf im 19. Jahrhundert die Waldflächen in Grafenberg erworben habe, um sie zu bewahren. „Das war Naturschutz der ersten Stunde. Umso mehr sind Stadt und Politik heute aufgefordert, dieses Erbe zu sichern.“

Lebensqualität in Gefahr
Laut Plan könnten die Bagger bald auch zwischen Knittkuhl, Hubbelrath und Ludenberg anrollen und dort ausgewiesene Flächen in der Größe von rund 70 Hektar für den Wohnungsbau versiegeln, so Fils. „Das sind fast 50 Fußballfelder. Dadurch würden sich die Luft- und die Lebensqualität im Osten und im Zentrum der Stadt erheblich verschlechtern. Hinzu kämen unlösbare Verkehrs- und Infrastrukturprobleme wegen der vielen neuen Bewohnerinnen und Bewohner.“ Ähnliche Schwierigkeiten sieht Fils für den Fall einer flächendeckenden Bebauung im Düsseldorfer Norden. „Wir wollen nicht das Zusammenwachsen der einzelnen Stadtteile. Wir wollen in der Stadt Düsseldorf die Identifikation mit den historisch in kleinen Schritten gewachsenen Stadtteilen weiter möglich machen.“

In Heerdt werde sogar scheinbar irrtümlich die Fläche vom gerade im Bau befindlichen neuen Schwimmbad und den Sportplätzen inklusive der Schützenplatzfläche als künftiges Bauland vorgeschlagen, kritisiert der CDU-Planungsexperte.

Intelligente Stadtplanung und regionale Zusammenarbeit
„Die CDU möchte kein Wachstum um jeden Preis“, stellt Fils klar. „Heute haben wir Umweltschutz, Klimaschutz, Heimatschutz. Heute sind wir auf eine Verträglichkeit aus beim Bauen. Heute haben wir Respekt vor der gewachsenen Geschichte.“

Und noch eins ist Fils wichtig: „Wir als CDU wollen durchaus neuen Wohnraum schaffen, aber nicht auf Kosten von Grün- und Freiflächen.“ Eine Lösung könne sein, Häuser maßvoll aufzustocken und auszubauen sowie Parkplätze, Verkehrsflächen, Supermärkte oder technische Anlagen zu überbauen. „Um Druck vom Düsseldorfer Wohnungsmarkt zu nehmen, bedarf es einer intelligenten Stadt- und Raumplanung. Neue Bauvorhaben müssen zwingend mit tragfähigen Konzepten zur Verkehrsplanung und zur Entwicklung von Infrastruktur wie Kitas, Schulen und Nahversorgung verbunden werden.“ Dazu gehöre auch, anstelle von Hotels möglichst Wohnungen zu bauen und seitens der Stadt mehr Belegungsrechte für Sozialwohnungen anzukaufen. „Zudem müssen wir beim Thema Wohnungsbau auch stärker regional denken und mit den Nachbarkommunen zusammenarbeiten“, betont Fils.