CDU-Vorschlag: Studierende wohnen im Altenheim

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CDU-Vorschlag: Studierende wohnen im Altenheim

Andreas-Paul Stieber
Andreas-Paul Stieber will die Möglichkeiten für generationenverbindendes Wohnen in Düsseldorf erweitern.
20.09.2018 |
Andreas-Paul Stieber

Die CDU-Ratsfraktion will für Studierende und Auszubildende neue Wohnmöglichkeiten in Düsseldorf schaffen. Ihr Plan: Die jungen Leute sollen in Seniorenstifte oder umgebaute Zentren plus ziehen. Als Gegenleistung für die kostengünstige Unterkunft helfen sie den älteren Mitbewohnern im Alltag. Die CDU beantragte gestern im Sozialausschuss die Prüfung dieser besonderen Idee von Wohnpartnerschaften. Nach Missverständnissen auf Seiten der Ampel-Mehrheit entschied sich die Union dann aber, den Antrag vorerst zurückzuziehen und inhaltlich nachzuschärfen. Das Thema bleibe auf der Agenda.

Ausschussvorsitzender Andreas-Paul Stieber lehnt sich mit seinem Vorschlag an das bereits bestehende Projekt „Wohnpaar auf Zeit“ des städtischen Wohnungsamts an: „Alt und Jung unter einem Dach – bisher können ältere Privateigentümerinnen und Privateigentümer Auszubildende und Studierende bei sich aufnehmen. Für die preiswerte Nutzung von Wohnbereich, Küche und Bad verpflichten sich die Jüngeren stundenweise zu kleinen Betreuungsleistungen wie Einkaufengehen, Rasenmähen und Ähnliches.“

Beispiel Niederlande
Die CDU-Fraktion möchte den Rahmen des Projekts erweitern. „Generationenverbindendes Wohnen lässt sich auch in Seniorenheimen und in entsprechend ausgestatteten Zentren plus verwirklichen. Bestes Beispiel dafür sind die Niederlande. Dort läuft ein solches Wohnmodell schon“, sagt Stieber. 

Der CDU-Sozialexperte hält die Umsetzbarkeit des Projekts auch in Düsseldorf für möglich. „Bei uns ist bezahlbarer Wohnraum für Studierende und Berufseinsteiger knapp. Wohnpartnerschaften in hiesigen Senioreneinrichtungen könnten eine Lösung bieten“, so Stieber. Allerdings soll sich dadurch der Wohnraum für die Älteren nicht verknappen, weil die Jüngeren nur Räume beziehen, die frei sind. „Das können zum Beispiel Flächen im Dachgeschoss sein, die nicht barrierefrei sind“, erläutert Stieber.

Kein Ersatz für Pflegekräfte
Auch ein zweiter Punkt ist Stieber wichtig: Die jungen Leute seien kein Ersatz für reguläre Pflegekräfte. „Es liegt unserem Ansatz völlig fern, die Arbeit in den Einrichtungen umzuverteilen. Ziel ist vielmehr, die Bereitstellung von preisgünstigem Wohnraum mit sozialem Engagement wie Essenausgabe oder Vorlesen zu verbinden. Wenn sich dadurch der eine oder andere junge Mensch auf seinem weiteren Berufsweg für die Pflege entscheiden sollte, ist das natürlich ein schöner Nebeneffekt.“