Appell der Politik: Nachtdienst in Notfallpraxen muss bleiben

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Appell der Politik: Nachtdienst in Notfallpraxen muss bleiben

Andreas-Paul Stieber: „Der Schließungsplan kommt zum falschen Zeitpunkt.“
12.03.2020 |
Andreas-Paul Stieber, Klaudia Zepuntke, Angela Hebeler, Dr. Christine Rachner

Die Ratsfraktionen von CDU, SPD, Bündnis90/Die Grünen und FDP in Düsseldorf appellieren an den Verein „Notdienst Düsseldorfer Ärzte“ und die Kassenärztliche Vereinigung, die geplante Abschaffung des Nachtdienstes ab 1. Juli 2020 in der Notfallpraxis am Evangelischen Krankenhaus (EVK) zu überdenken. Notfallpraxen würden die hausärztliche Versorgung an Wochenenden, Feiertagen oder auch in den Abend- und Nachtstunden in der Woche abdecken. Sie würden Notfallambulanzen der Krankenhäuser, wo echte Notfälle behandelt werden müssen, entlasten, so die Ratsfraktionen.

Ratsherr Andreas-Paul Stieber, Vorsitzender im Gesundheitsausschuss, sagt: „Wir sind uns fraktionsübergreifend einig, dass diese Planung zum falschen Zeitpunkt erfolgt. Die Notfallkapazitäten in den Krankenhäusern müssen gerade jetzt vorgehalten werden, damit auf die Folgen der Corona-Pandemie reagiert werden kann. Eine Nachtschließung der Notfallpraxis am EVK wird zwangsläufig dazu führen, dass die Menschen direkt in die Notfallambulanz des Krankenhauses gehen.“

Bürgermeisterin Klaudia Zepuntke, Vizevorsitzende im Gesundheitsausschuss, ergänzt: „Bis 2022 sollen in Nordrhein-Westfalen sogenannte Portalpraxen flächendeckend eingeführt werden. Dort wird eine strukturierte Ersteinschätzung nach Schweregrad und Dringlichkeit der nötigen Behandlung vorgenommen, die dann erfolgt. Hier werden Bagatellerkrankungen von echten Notfällen getrennt. Zudem sollen die Portalpraxen mit dem Apothekennotdienst verknüpft werden, um unnötig lange Wege bei der Medikamentenversorgung zu vermeiden. Bis dieser Systemwechsel vollzogen ist, sollte der Nachtdient in der Notfallpraxis aufrecht erhalten bleiben.“

Ratsfrau Angela Hebeler, gesundheitspolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen, bedauert, dass offensichtlich keine gemeinsame Lösung mit dem Zentralen Zahnärztlichen Notdienst am selben Standort gesucht worden sei. Der umfassende Nachtdienst gerade in Bilk bedeute eine deutliche Entlastung der Notfallambulanzen der umliegenden Krankenhäuser.

Ratsfrau Dr. Christine Rachner, gesundheitspolitische Sprecherin der FDP, fügt hinzu, dass gerade in diesen Zeiten die Gesundheitsversorgung das gemeinsame Ziel sein müsse. Die nächtliche Schließung der Notfallambulanz schaffe Verunsicherung in der Bevölkerung. „Das ist nicht nötig!“